13. Juni 2026 - 19. Juli 2026
Ludwigsburger Schlossfestspiele 2026
Hann Trier – Künstler der Festspielzeit 2026
Alte Porzellanmanufaktur der Residenz, Ludwigsburg
Hann Trier, dem zum Rechtshänder umerzogenen Linkshänder, wird Mitte der 1950er Jahre bewusst, dass der von gestischen Impulsen begleitete Einsatz nur einer Hand immer nur die Hälfte des Körpers einbringen kann. So gelangte er zum Arbeiten mit beiden Händen und zu den typischen, sinfonisch orchestrierten Strukturen. Der Tanz, insbesondere durch den Aufenthalt in Kolumbien inspiriert, wurde ihm zum wichtigen Befreiungsmoment. Er wollte »dem Impuls nachgeben und mit dem Pinsel auf der Fläche tanzen«.
Es ist, als hätte jemand die Musik sichtbar gemacht, als hätten sich Melodien über die Bildgründe ergossen – schwungvoll, elegant, energetisch. »Im Fließen, im Staccato, im Anhalten, in der Wiederkehr der Pinselschläge tanzt der Rhythmus. Die simultane Sichtbarkeit enthält die reversible, im Malprozess durchlebte Zeit«, die uns im Idealfall zu geistigen Mittänzern macht.
Diese Leichtigkeit ließ den Jazz-Liebhaber auch maßnehmen an der spätbarocken Kunst: Trier war ein Meister der verspielt rokokohaften Malerei – jeder Strich abstrakter Ausdruck einer inneren Bewegung, jede Geste Teil einer größeren Choreografie.
Die Ausstellung in der Alten Porzellanmanufaktur der Residenz in Ludwigburg, anlässlich der Ludwigsburger Schlossfestspiele 2026, findet in Kooperation mit der Galerie Schlichtenmaier statt, die während der Festspielzeit parallel Arbeiten Hann Triers zeigt. Der Umgang mit Tanz und Musik, die körperbetonte Malerei sowie die Auseinandersetzung mit dem Rokoko prädestinieren ihn für das Großereignis innerhalb einer der größten barocken Schossanlagen in Europa.
Ludwigsburger Schlossfestspiele - Hann Trier
In Kooperation mit der Galerie Schlichtenmaier
Informationsflyer zur Ausstellung
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